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Wir werden ohne Zähne geboren. Aber die wiederholte Zahnlosigkeit ist in den meisten Fällen vermeidbar.
Diejenigen, die es aber trotzdem erleiden, könnten über sehr viele erfolglose zahnärztliche Versuche berichten. Unter anderem über eine Reihe von gescheiterten Behandlungen, die auf den Erhalt der Zähne zielten, über festen und herausnehmbaren Zahnersatz, geschweige denn über die in den Praxen verbrachte Zeit und die riesigen Geldsummen.

Die Behandlung von Zahnlosigkeit ist die schwerste zahnärztliche Aufgabe. Die Situation ist bei dem zahnlosen Patienten am ungünstigsten, denn die im Knochen verankerten Zähne, die den Zahnersatz halten könnten, gänzlich fehlen. In so einem Fall müssen die verlorenen Zähne durch einen Fremdkörper ersetzt werden, der am Zahnfleisch befestigt wird, wobei sich drum herum alles bewegt (Zunge, Wange, Lippen). Das Zahnfleisch ist nicht hart, sondern in einem bestimmten Maß zusammendrückbar. Und dies auch nicht überall in gleichem Maße. Deshalb kann die Prothese nicht fix am Zahnfleisch sitzen.

Die Prothese fühlt sich im Mund des Patienten wie ein riesiger Fremdkörper an. Unser Organismus will einen Fremdkörper entweder hinunter schlucken oder ausspucken, aber keineswegs behalten. Darüber hinaus muss mit diesem Fremdkörper auch noch das Fremdkörper-Essen zerkaut werden.

Der zahnlose Patient hat zusammen mit seinen Zähnen auch seine Zahnbett-Rezeptoren verloren. Die Aufgabe derer besteht aus der Steuerung der Kaumuskulatur. Das Fehlen dieser Rezeptoren verursacht eine Funktionsstörung der Kaumuskulatur. Dadurch entsteht die sog. Leerbewegung. Der Patient knirscht unbewusst mit der Prothese, indem die Zähne der unteren und oberen Zahnreihen ineinander greifen. Somit werden darunter eine dauerhafte Druckstelle und - auf langer Sicht - der Abbau des Kieferkammes verursacht.

Hinzu kommen noch die ästhetischen Probleme. Der Eindruck über das Gesicht eines Menschen wird größten Teils durch die Zähne beeinflusst. Die Zähne einer Prothese entsprechen meistens weder in Form, in Farbe, noch in Stellung dem natürlichen Gebiss. Dadurch verändert sich das Gesicht des Patienten, um nicht zu sagen, dass er "sein Gesicht verliert".

Dem Thema über die seelischen Lasten, über die ganz normale Abneigung gegen die Prothese, über die Ängste, ob es für jeden sichtbar ist, dass der Patient eine Prothese hat, oder ob sie während des Sprechens herausfällt, könnte man ein ganzes Buch widmen.

Die Prothese ist nur ein Zahn-,Ersatz', keinesfalls das ursprüngliche Gebiss.

Diese oben skizzierten Probleme führen oft zur Unzufriedenheit der Patienten, die eine Vollprothese haben. Dies und die Tatsache, dass die Verdienstmöglichkeiten für Zahnärzte und Zahntechniker bei der Vollprothese am geringsten sind, führen dazu, dass die zahnlosen Patienten eher ungern behandelt werden.

Und die Lage ist leider überall auf der Welt so.